F?r nichts in der Welt g?be Sappho ihr sch?nes Kind her. Nicht f?r ganz Lydien, nicht f?r Lesbos, die Insel. Seine Gestalt gleicht goldenen Blumen. Wer k?nnte es wagen, ihre Gedichte in die Waagschale zu werfen, nur um herauszufinden, was ihr wichtiger ist? Ich nicht. Niemand w?rde das tun, niemand w?rde denken, dass ein Mensch, der Gedichte macht, nicht lieben darf, nicht haben darf, was sie oder er liebt. Au?er vielleicht H?lderlin. Oder Rilke. Oder ? Intransitive Liebe ist eine Illusion wie Hygiene. Grenzen werden ?berschritten, befahren, bebetet (D. Kraus), auch die Grenzen zum R?ckzug, zum Eigenen Zimmer, in dem etwas aufgeht bei geschlossener T?r. (Innere Quellen, Buchdeckel, Hosenkn?pfe, Rockkn?pfe ...) Bezuglos zu sein, das st?nde mir als Menschenartiger nicht gut zu Gesicht. Doch nichts spricht dagegen, danach zu streben, die eigene Gesellschaft zu verfeinern. Nichts spricht gegen unreine Reime und sch?ne Kinder, die gewaschen werden m?ssen. In sich kr?uselnden Schichten einer Landschaft zwischen Schlaf und Nichtschlaf, fiction und nonfiction wachsen meine Kreise an. Wachsen um ein Kissen, das ich einmal erhielt, zu tr?umen und hinein zu weinen. Das Ersatzobjekt ? es gen?gt nicht.
? Sibylla Vri?i? Hausmann