Edition Frölich Sivumäärä: 224 sivua Asu: Kovakantinen kirja Julkaisuvuosi: 2018, 01.04.2018 (lisätietoa) Kieli: Saksa
Das sonderbare Arrangement einer psychoanalytischen Sitzung im Sprechzimmer des Analytikers gibt R?tsel auf. Der Analytiker sitzt auf einem Stuhl, ungesehen von dem abgewandt auf einer Couch liegenden Patienten. So ist es seit Freud, obwohl diese Gepflogenheit wie der Autor zeigt st?rker in der Kulturgeschichte des Liegens wurzelt als in empirischer Forschung. Kravis, selbst praktizierender Analytiker, weist nach, dass die Tradition des Sprechens im Liegen nicht etwa von Freud begr?ndet wurde, sondern zur?ckreicht bis ins antike Griechenland, wo die Teilnehmer am symposion (einer Zusammenkunft von M?nnern der Oberschicht zu philosophischen Gespr?chen und Weingenuss) auf Couchen lagen, beziehungsweise bis zum r?mischen convivium (einem Bankett, bei dem M?nner wie auch Frauen zur?ckgelehnt speisten). Vom Bett ?ber die Bank, die Polsterbank, die Chaiselongue zum Sofa: Kravis erz?hlt, wie die Couch zum Symbol der Selbsterkenntnis und Selbstbesinnung, aber auch zu einem Ort des Vergn?gens, der Intimit?t, der Transgression und der Heilung wurde. Dabei sch?pft der Autor aus vielf?ltigen Quellen: der Geschichte der Medizin, der Mode und der Inneneinrichtung - von antiken Grabst?tten ?ber historisches Mobiliar bis zu fr?hen Fotografien. Zudem liefert er eine bemerkenswerte F?lle von Abbildungen: Gem?lde, Skulpturen, Fotografien, Illustrationen, Cartoons und Werbeanzeigen. Und er zeigt ?berzeugend, dass die Couch - trotz der Ambivalenz heutiger Psychoanalytiker, die dieses M?belst?ck teilweise f?r "infantilisierend" halten - weiterhin das Sinnbild eines Narrativs der Selbstfindung ist. Das Sprechen im Liegen symbolisiert die Behauptung eigenen Denkens in Gegenwart einer anderen Person.