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avaa valikko

Repression
64,60 €
EFFEKT!BUCH
Sivumäärä: 600 sivua
Asu: Kovakantinen kirja
Julkaisuvuosi: 2020, 26.11.2020 (lisätietoa)
Kieli: Saksa
In diesem Werk wird eine bislang noch wenig aufgearbeitete Seite der j?ngeren S?dtiroler Geschichte dargestellt. Der Feuerschlag der ?Herz-Jesu-Nacht? des 11. auf den 12. Juni 1961 mit an die 40 gesprengten Hochspannungsmasten hatte die Aufmerksamkeit der Welt?ffentlichkeit auf die unhaltbaren Zust?nde in S?dtirol gelenkt. F?r viele Menschen in ?sterreich und in Deutschland waren die mit der ?Feuernacht? einsetzenden dramatischen Ereignisse nur schwer zu verstehen, da ihnen die ausl?senden Langzeit-Faktoren nicht bekannt waren.
Die vorliegende Dokumentation schildert, wie Rom unmittelbar nach dem Kriegsende 1945 gegen?ber S?dtirol mit Entschlossenheit die faschistische Politik der Unterwanderung fortgesetzt hatte. Eine staatlich gelenkte Zuwanderung aus dem S?den in Verbindung mit zielgerichteten staatlichen Ma?nahmen sollten das von Mussolini begonnene Werk vollenden, die Volksgruppen der Deutschen und Ladiner sprachlich und kulturell auszul?schen und ihnen eine einheitliche italienische Pr?gung zu verpassen.
Zugleich wurde die Bev?lkerung S?dtirols durch brutalen Terror niedergehalten. Sogenannte ?Partisanen?, aber auch Angeh?rige regul?rer italienischer Truppeneinheiten, bedrohten die deutsche und ladinische Bev?lkerung, ver?bten Gewalttaten, pl?nderten, raubten und mordeten sogar in einer Reihe von F?llen. Die alliierte Milit?rregierung, die italienischen Beh?rden und die Regierung in Rom sahen schweigend und tatenlos zu. Offensichtlich billigte die offizielle Politik, dass die einheimische Bev?lkerung S?dtirols mit solchen Methoden geduckt am Boden gehalten, an politischen Aktionen gehindert und wieder unter das Joch der Unterdr?ckung gezwungen wurde. Auch wenn die Motive einzelner Gewaltt?ter vielfach kriminelle waren, so waren die Auswirkungen dieses Geschehens durchaus von politischer Relevanz.
Hand in Hand mit diesem Terror erfolgte eine planm??ig durchgef?hrte Refaschistisierung des ?ffentlichen Lebens in S?dtirol.
In dem Tiroler Landesarchiv, dem S?dtiroler Landesarchiv, dem ?sterreichischen Staatsarchiv in Wien und in anderen Sammlungen liegen Dokumente und Berichte aus S?dtirol, welche ein ersch?tterndes Bild eines Jahrzehnte andauernden staatlichen italienischen Terrors gegen?ber der S?dtiroler Bev?lkerung zeichnen. Viele dieser Dokumente sind noch nie publiziert worden. In der vorliegenden Arbeit werden solche aus den Jahren 1945/46 erstmals der ?ffentlichkeit bekannt gemacht.
Dass diese Berichte Jahrzehnte lang unter Verschluss gehalten worden waren, hatte wohl auch politische Gr?nde. Unter dem Vorzeichen christlich-demokratischer Verbundenheit hatte es Jahre lang im Interesse ?sterreichischer Partei- und Regierungspolitik gelegen, solche Berichte geheim zu halten, um Rom nicht zu ver?rgern und das Gespr?chsklima nicht zu belasten.
In S?dtirol selbst hatten Zeitungen wie die ?Dolomiten? oder der ?Volksbote?, das Parteiorgan der S?dtiroler Volkspartei, im Jahre 1945 keine Berichte ?ber die Ausschreitungen sogenannter ?Partisanen? und italienischer Soldaten ver?ffentlichen k?nnen, da die alliierte Zensur ebenso wie die italienischen Beh?rden keine ?Beunruhigung? der einheimischen Bev?lkerung erleben wollten.
Die Parteispitze der S?dtiroler Volkspartei nahm auf die W?nsche der Alliierten R?cksicht und hatte, deren W?nschen folgend, mit den italienischen Parteien ein Stillhalteabkommen geschlossen, mit welchem sie sich selbst einen Maulkorb verpasste. Zudem f?rchteten der Parteiobmann Erich Amonn und sein Generalsekret?r Dr. Josef Raffeiner erkl?rter Ma?en, mittels des immer noch in Kraft befindlichen faschistischen Strafgesetzbuches, des ?Codice Penale?, wegen Schm?hung der italienischen Nation und der bewaffneten Streitkr?fte angeklagt zu werden, wenn sie die ihnen aus den einzelnen Ortsgruppen der Partei zugegangenen Berichte ?ffentlich machten. Sie hielten sie daher unter der Decke der Verschwiegenheit und informierten auch die Vertreter der Alliierten Milit?rregierung aus Angst lieber nur m?ndlich.
Viele dieser Berichte gelangten jedoch in Kopie auf geheimen Wegen nach Nordtirol und auch zur Kenntnis der ?sterreichischen Regierungspolitiker in Wien. Diese nahmen jedoch ebenfalls R?cksicht auf die W?nsche der Amerikaner und Briten, so wenig ?ffentliche Unruhe wie m?glich hervorzurufen und machten den Inhalt der S?dtiroler Berichte der ?ffentlichkeit nicht zug?nglich. Als besonders willf?hrig sollte sich hier Bundeskanzler Leopold Figl (?VP) erweisen. Dieser sollte sogar den christdemokratischen Freunden in Italien auf vertraulichem Weg mitteilen lassen, dass ?sterreich sich mit einer Autonomiel?sung f?r S?dtirol zufrieden geben w?rde, w?hrend er als Bundeskanzler ?ffentlich noch lauthals die R?ckkehr S?dtirols zu ?sterreich forderte.
Figl stand nat?rlich auch unter Druck, da es damals darum ging, ?sterreich nicht teilweise oder sogar zur G?nze einem sowjetischen Machtblock einverleiben zu lassen. Um dem gegensteuern zu k?nnen, war man in Wien auf die Unterst?tzung der Westm?chte angewiesen.
Die damals der ?ffentlichkeit vorenthaltenen und in den folgenden Jahrzehnten in Vergessenheit geratenen S?dtiroler Berichte liegen heute im Tiroler Landesarchiv in Innsbruck und teilweise auch im ?sterreichischen Staatsarchiv in Wien. Diese Dokumentation behandelt die Ereignisse vom Kriegsende 1945 bis zu der Entscheidung der alliierten Au?enminister am 1. Mai 1946, die ?sterreichische Forderung nach R?ckgliederung S?dtirols abzuweisen. Hier werden viele zeitgeschichtliche Dokumente erstmals der ?ffentlichkeit bekannt gemacht.
Ein Blick in das ersch?tternde Geschehen unmittelbar nach Kriegsende hilft, die weitere Entwicklung im Lande bis zu dem Wendepunkt des dramatischen Protestes der ?Feuernacht? des Jahres 1961 besser zu verstehen.

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